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Wandlung erleben: Mitarbeitende der Franz von Assisi Einrichtungen tanken Kraft bei der „Atempause“ in Heiligenbruck

Dem hektischen Arbeitsalltag für einige Stunden entfliehen, zur Ruhe kommen und den Blick auf das Wesentliche richten: Bei der diesjährigen Atempause in Heiligenbruck beschäftigten sich Mitarbeitende aus unterschiedlichsten Arbeitsbereichen mit dem Thema „Wandel und Verwandlung“. Umgeben von Natur, Gemeinschaft und spirituellen Impulsen bot die Atempause Raum zum Innehalten und für persönliche Erkenntnisse, die weit über den Tag hinauswirken.

Bei strahlendem Herbstwetter machte sich eine bunt gemischte Gruppe von Mitarbeitenden der Franz von Assisi Einrichtungen auf den Weg, um das spirituelle Angebot „Atempause“ zu erleben. Von der Schulsozialarbeit bis zur Geschäftsführung, kamen Mitarbeitende in kleinen Gruppen an drei Tagen im September zusammen, um einen Tag der Besinnung, Begegnung und Reflexion zu erleben.

Herzlich empfangen wurden die Teilnehmenden jeweils von den beiden Ordensschwestern der Franziskanerinnen von Siessen, Sr. Rebekka und Sr. Angela, die die Gruppen mit ihrer gewohnt offenen und zugewandten Art begrüßten und durch die Veranstaltung führten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann die Atempause mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Übung: „Ich bin hier.“ Mit geschlossenen Augen, bewussten Atemzügen und kleinen Körperübungen konnten die Anwesenden ankommen, Präsenz erleben und den Alltag für einen Moment hinter sich lassen.

Anschließend führte der gemeinsame Weg die Teilnehmenden durch die idyllische Herbstlandschaft in den Innenhof von Heiligenbruck, an die kleine Kapelle. Unter einem großen Baum versammelte sich die Gruppe, sang gemeinsam ein Lied und erhielt von den Schwestern einen ersten Impuls zum Thema „Wandel und Verwandlung“.

Was bedeutet Wandlung? Wo erleben wir sie in unserem Leben? Die Natur liefert täglich Antworten auf diese Fragen. Neues Leben entsteht, wächst und vergeht, um wiederum Raum für Neues zu schaffen. Auch in der christlichen Tradition finden sich zahlreiche Beispiele für Verwandlung, etwa in der Gestalt Jesu, dessen Leben die Kraft der Erneuerung und den Übergang vom Tod zum Leben verdeutlicht.

Im gemeinsamen Austausch wurde auch der Unterschied zwischen Veränderung und Verwandlung beleuchtet. Während Veränderung als fortlaufender Prozess verstanden werden kann, beschreibt Verwandlung eine tiefgreifende Neuausrichtung. Solche Transformationsprozesse erfordern Mut, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Ebenso wichtig sind Menschen, die diesen Weg begleiten, denn jeder Wandel ist auch mit Unsicherheit verbunden.

Ein prägnantes Beispiel dafür bietet auch Franz von Assisi. Die Begegnung mit einem Bettler veränderte sein Leben grundlegend. Statt sich abzuwenden, ließ er die Begegnung zu. Später schrieb er darüber in seinem Testament: „Das Bittere ist ins Süße geworden.“ Aus einer einzigen Erfahrung entstand eine neue Lebensperspektive.

Mit weiteren anschaulichen Beispielen vertiefte Sr. Angela das Thema. Besonders eindrucksvoll war ein aus Kirschholz geschnitztes Tau-Kreuz. Dahinter verbirgt sich die Geschichte eines Kirschbaums: Aus einem kleinen Kern gewachsen, hat er viele Jahre die Jahreszeiten durchlebt, Früchte getragen und Blätter verloren. Nach seinem Tod wurde das Holz weiterverarbeitet und erhielt neue Formen und Bedeutungen. Selbst als Feuer spendet es noch Energie. Die Geschichte des Holzes verdeutlicht, dass Wandel nicht mit einem Ende aufhört, sondern immer wieder Neues entstehen lässt.

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden den Hof und den angrenzenden Wald auf eigene Weise erkunden. Manche genossen die warme Herbstsonne, andere nutzten die Gelegenheit zum Kneippen im Bach. Verschiedene Stationen wie Murmel-Labyrinthe, Maltische und weitere kreative Angebote luden dazu ein, die eigenen Gedanken wandern zu lassen.

Fragen wie „Welche Spuren der Verwandlung entdecke ich in meiner Umgebung?“ oder „Welche Wandlungserfahrungen habe ich selbst gemacht?“ begleiteten die Teilnehmenden während dieser Zeit. Die Antworten mussten nicht gefunden werden, vielmehr stand die offene und wertfreie Auseinandersetzung mit dem Thema im Mittelpunkt.

Nach einer Stunde kamen alle wieder zusammen und teilten ihre Gedanken und Erkenntnisse. Viele hatten kleine Fundstücke aus der Natur mitgebracht. Dabei wurde deutlich, wie sehr der Herbst zum Nachdenken über Veränderungen anregt.

„Wandel ist oft auch stachelig“, bemerkte eine Teilnehmerin und hielt eine Kastanie mit ihrer stacheligen Hülle in den Händen. Das Naturfundstück weckte persönliche Erinnerungen und wurde zum Sinnbild dafür, dass Entwicklung nicht immer einfach ist.

Eine andere Teilnehmerin beschrieb ihre Erfahrung mit den Worten: „Der magische Ort verwandelt mich.“ Die Ruhe, die Schönheit der Natur und die besondere Atmosphäre schenkten Kraft und Gelassenheit. Auch Schwester Rebekka ist überzeugt, dass der Ort Heiligenbruck eine besondere Wirkung entfaltet: „Es ist ein sprechender Ort, der einem viel schenkt. Es gibt jedes Mal wieder etwas Neues zu entdecken.“

Zum Abschluss wurde es noch einmal kreativ. Die Gruppe faltete gemeinsam Origami-Schmetterlinge. Kaum ein anderes Symbol steht so sehr für Verwandlung wie der Schmetterling, der sich von der kriechenden Raupe zum farbenfrohen Fluginsekt entwickelt. Viele der Teilnehmenden probierten die Technik zum ersten Mal aus und freuten sich sichtbar über ihre gelungenen Kunstwerke.

Bevor es für die Mitarbeitenden der Franz von Assisi Einrichtungen zurück in den Alltag ging, klang die „Atempause“ bei einem herbstlichen Essen und guten Gesprächen in kollegialer Runde aus. Ein gelungener Abschluss für einen Tag, der Raum für Ruhe, Begegnung und neue Perspektiven geschaffen hatte.

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