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Canisius-Beratungsstellen

Fragen kostet nichts/ Ein Werkzeugkasten für jede Baustelle

Am Kreisverkehr gleich hinter der Waldstetter Brücke in Schwäbisch Gmünd steht ein dreistöckiges Haus, dessen schickes Eingangsportal jedem offen steht. Eltern, die mit ihrem Kind nicht mehr weiter wissen, die sich getrennt haben, die sich durch eine schwierige Pubertät quälen, die auf dem Zahnfleisch gehen weil ihr Neugeborenes ein Schreibaby ist. Es kommen auch Jugendliche, die es nicht mehr in die Schule schaffen, die gemobbt werden, die dem Stress in Familie, Schule oder Freundeskreis nicht gewachsen sind. Junge Menschen, die von Suizid reden, suchen Auswege durch Menschen, die Sätze sprechen, die sie hören müssen. Ganz einfach, ohne Rezept und Diagnose, und wenn es dringend ist, mit sehr kurzen Wartezeiten.

Wer Hilfe sucht, der ruft in den Canisius-Beratungsstellen an, füllt einen Anmeldebogen aus, macht einen Termin und nimmt, wenn es soweit ist, in dem schönen, gemütlich eingerichteten Wartezimmer Platz, bis er in eines der Büros gerufen wird und dort einen kompetenten Gesprächspartner findet.

Es gibt viele Kinder, die körperlich und seelisch leiden. Sie und ihre Eltern hätten praktisch keine Lobby, wie der Leiter der Beratungsstelle Markus Hirsch bedauert. Das Argument, früher hätten Kinder auch keine Psychologen benötigt, lässt er nicht gelten: „Kinder hatten immer schon Probleme; dass diese vielfach nicht beachtet wurden, bedeutet nicht, dass es sie nicht gab, oder dass sie sich ‚von selbst‘ gelöst hätten. Außerdem gelte in unserer heutigen Zeit ein ganz anderer Leistungsdruck.  Kinderalltag sei so viel stärker verplant, bis zu einem Punkt, an dem Hirsch ganz bewusst von der Sorge um die kindliche Seele spricht.

Ein großes Problem, um das es in den Beratungen häufig geht, ist AD(H)S. Diese Kinder können ihre Impulse nicht steuern; sie brauchen Struktur, Anleitung, und eben in einigen Fällen auch den Einsatz von Medikamenten.

Die Psychologen, Logopäden, Heil-/Pädagogen, Ergotherapeuten im Haus, die mit ihren jeweiligen Qualifikationen ganz individuell auf das Kind oder den Jugendlichen eingehen können, unterliegen der Schweigepflicht. Die Beratungen sind kostenlos. Falls Logo- oder Ergotherapie vonnöten ist, wird diese, nach einem Antrag beim Kinderarzt, von den Krankenkassen übernommen.

„Unser großer Vorteil ist, dass wir hier so vieles unter einem Dach haben“, sagt Markus Hirsch und nimmt sich das Bild eines Werkzeugkastens vor: „Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.“

Auch Kunsttherapeuten bereichern die Beratungsstelle. Hier finden junge Menschen, die sich sprachlich nicht hinreichend ausdrücken können oder wollen, zum Beispiel geflohene Kinder und Jugendliche, einen Weg um ein Trauma zu bearbeiten.

In der Erziehungs- und Familienberatung werden jährlich rund 500 Ratsuchende gezählt. In der interdisziplinären Frühförderung rund 300. Familiäre Konflikte sind der Hauptanmeldegrund vor allem ausgelöst durch Folgen von Trennung und Scheidung der Eltern.

Jugendliche erscheinen selten alleine und aus eigenem Antrieb in den Beratungsstellen. Dabei sind auch sie herzlich willkommen mit ihren Sorgen nach einer Lösung zu fragen. Wenn die Familiensituation sie bedrückt, die Schule unerträglich wird, Liebeskummer schmerzt, Erleichterung durch Selbstverletzung, Alkohol oder in verstärktem Medienkonsum gesucht wird.

„Wir sind hier zwar die Experten, aber wir sehen uns auf Augenhöhe mit den Menschen, die zu uns kommen. Ein Vertrauensverhältnis soll entstehen, wir entwickeln miteinander etwas, wir geben Impulse und sind eigentlich so etwas wie Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt es Markus Hirsch. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen begeistert ihn und all seine Kollegen in der Beratungsstelle. Und wenn sie es schaffen zu einem frühen Zeitraum die Weichen gut zu stellen, dann haben sie ihr Ziel erreicht.

Der Psychologe und seine Kollegen gehen immer wieder raus, wollen mitten im Leben sein. Und das sind sie auch. Nicht nur in der Vernetzung mit Schulen, Praxen, Kindergärten, dem Treff für Alleinerziehende und der Gehörlosenschule. Sie halten auch Vorträge, bieten Kurse für Eltern an, sogar eine temporäre Sprechstunde in Schulen. Und gehen in Kindergärten um dort Fortbildungen für die Erzieherinnen anzubieten. Denn, so ist der Wunsch der Canisius-Beratungsstellen, die Bürger sollen sie kennen. Damit sie in der Not wissen, an wen sie sich wenden können.

Kontakt

Canisius-Beratungsstellen
Schwäbisch Gmünd
Tel. : 07171 1808-20
Fax.: 07171 1808-25
E-Mail: canisius-beratungsstellen@franzvonassisi.de

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